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Inclusive Services and Rehabilitation

Virtuelles Kompetenzzentrum zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit einer Sehbeeinträchtigung

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Inklusive Bildung – Materialien für eine barrierefreie Schule, Klasse 1-5 - Inhaltsübersicht einer Broschüre

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Inklusive Bildung – Materialien für eine barrierefreie Schule, Klasse 1-5

„Inklusion“ und „Barrierefreiheit“ sind Begriffe, die vielen
Lehrerinnen und Lehrern wie eine Modeerscheinung begegnen. Wir Autorinnen und Autoren der Materialsammlung für eine barrierefreie Schule möchten jedoch deutlich machen, dass es sich hier spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention um ein zeitloses und allgemeingültiges Thema handelt: Selbstverständlich
braucht unsere Gesellschaft eine Schule, in der sich jeder Mensch – ob mit oder ohne Behinderung – unabhängig von den
Leistungsanforderungen willkommen fühlt. Es geht nicht ausschließlich um bauliche Maßnahmen, die perfekte Umsetzung aller DIN-Normen oder die wünschenswerte personelle Besetzung, sondern schlicht um die Bereitschaft und die Offenheit von Lehrkräften und Schülern, sich in die Belange Menschen mir einer Behinderung einzufühlen und damit
den ersten Schritt zu gehen, Barrieren wahrzunehmen. Wir stellen uns eine Schule vor, die insgesamt menschenfreundlich eingerichtet ist und niemanden ausschließt. Eine generelle Barrierefreiheit“ ist natürlich eine Utopie, denn eine Welt ohne Barrieren wird es niemals geben. Jeder Mensch erlebt schließlich irgendwann einmal Hindernisse in seinem Leben, und auch Kinder mit einer Behinderung müssen lernen, sich in einer Welt voller Barrieren zurechtzufinden.
Dabei sollen Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen zur Erreichung der Bildungs- und Erziehungsziele besonders unterstützt werden, im Vordergrund steht hier "das Ziel einer inklusiven Beschulung“ (§ 4 Abs. 11 Schleswig-Holsteinisches Schulgesetz). Der Begriff der inklusiven Beschulung wurde im Februar 2011 neu in das Schulgesetz aufgenommen. Er stellt einen Leitbegriff dar, den es anzustreben gilt und entspricht der "UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen" (BRK). Die BRK ist seit 2009 für Deutschland
rechtsgültig und bindet alle Ebenen der Verwaltung.

Die Geschichte und die Materialien dieses Arbeitsbuches sollen
Lehrkräften und Kindern deshalb Anlass zu Gesprächen und
Erfahrungsmöglichkeiten im Förderbereich Hören, Sehen, Bewegen und Verstehen bieten, damit sie gemeinsam die Schule für Menschen mit und ohne Behinderungen gestalten können. Ein Kind mit einer Behinderung kann auf diese Weise seinen Mitschülerinnen und Mitschülern Impulse für die eigene Entwicklung und das soziale Lernen geben. Die Rahmenhandlung die besonderen Stärken von Menschen in den Vordergrund rücken, die aufgrund ihrer Behinderung andere Fähigkeiten besonders gut entwickeln mussten.

Eine Zusammenstellung von Unterrichtsmaterialien und einer
Arbeitsmappe mit Kopiervorlagen für Lehrkräfte soll Schülerinnen und Schülern der Klassen 1-5 befähigen, Barrieren in der Schule zu erkennen, die Menschen mit einer Behinderung den Zugang erschweren.
Das Projekt wird von einer märchenhaften Handlung eingerahmt: Vier Leitfiguren, die von anderen Planeten stammen, erleben Barrieren überall in unserer Welt, weil sie zwar für ihre eigene Welt gut ausgestattet sind, nun aber auf der Erde Abenteuer und neue Herausforderungen erleben.
Der erste Schritt auf dem Weg zur „Barrierefreien Schule“ besteht darin, dass Schülerinnen und Schüler Erfahrungen in den Bereichen Sehen, Hören, Bewegen und Verstehen machen, indem sie spielerisch ihre Sinneseindrücke bewusst wahrnehmen und erproben können. Die Geschichte von den vier Freunden begleitet sie dabei altersgemäß.

In einem zweiten Schritt erhalten die Schülerinnen und Schüler
Aufgaben, für die jeweils ein Sinn mit Augenbinde, Simulationsbrille, Hörschutz oder Zusammenbinden von Gliedmaßen „ausgeschaltet“ wird. So werden Behinderungen ansatzweise simuliert und bestimmte Hilfsmittel, wie der Blindenstock oder der Rollstuhl, ausprobiert. Für den Bereich „Geistige Entwicklung“ stellen unverständliche Informationen eine Barriere dar. Anschließend reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und tauschen sich darüber aus. Begleitend gibt es Sachinformationen zu den Behinderungen, die fächerübergreifend in Deutsch, Biologie, Sport
und Religion bearbeitet werden können.

Im dritten Schritt untersuchen die Schülerinnen und Schüler ihre
Schule indem sie das Gebäude und das Grundstück mit Rollstuhl, Augenbinde, Simulationsbrille oder Hörschutz erkunden. Auch wird die Verständlichkeit der Informationen im Gebäude, die der Orientierung dienen sollen geprüft.
Abschließend werden die Untersuchungsergebnisse und ggf.
Verbesserungsvorschläge an die Schulleitung weitergereicht.
Möglicherweise lässt sich der eine oder andere Vorschlag dann auch verwirklichen, denn manchmal sind es schon Leitsysteme im Sinne von Wegweisern oder kleine bauliche Veränderungen, die einem Menschen mit einer Behinderung die Teilhabe am Unterricht und an anderen Angeboten einer Schule ermöglichen.

Die Informationen für die Lehrkräfte und die Arbeitsbögen für die Schülerinnen und Schüler sind in einer Arbeitsmappe
zusammengefasst, die bundesweit beim Institut für
Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, z.Hd. Frau
Brigitte Dressen, Schreberweg 5, 24119 Kronshagen, Tel. 0431 54030 zu einem Preis von € 5,- für Lehrkräfte, bzw. € 2,50 für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst unter der Bestellnr. 06/2012 bezogen werden können.
Die dazugehörigen Materialien können zum Teil unter:
http://www.barrierefreie-schule-sh.de betrachtet werden.

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